Nachdem für das angestrebte Ziel für 2026, Madeira, es keine Direktflüge zu unserer Zeit gab und die angebotenen Flüge auch zu teuer waren, haben wir uns relativ schnell auf Sizilien geeinigt. Vor allem die Möglichkeit einen Vulkan zu bewandern hat uns begeistert.
Flug, Unterkünfte, Mietauto und die Tour am Ätna waren relativ flott gebucht und so ging es am 23.05. nach Catania.
Unsere erste Station für 6 Tage war Letojanni, unmittelbar neben Taormina, dem Touristen Hotspot, und gute Lage für unsere angestrebten Wanderungen.
Unsere gebuchte Tour für den Ätna musste witterungsbedingt um zwei Tage nach hinten geschoben werden, das hat sich aber wirklich ausgezahlt.
Unmittelbar nach dieser Wanderung fuhren wir nach Avola weiter, wo wir die restlichen 6 Tage verbrachten ehe wir wieder von Catania nach Hause flogen.
Sizilien ist voll mit griechischer Mythologie, sehenswerten Örtlichkeiten und Landschaften, glasklarem Meer, mit großartigem Essen und ausgezeichneten Weinen.
Es war ein spektakulär unspektakulärer Urlaub, in dem uns an keinem Tag langweilig wurde und die Zeit leider viel zu schnell verging.

Nachdem der Mietwagen, ein brandneuer Ford Kuga mit 24 Kilometern, abegohlt worden war, fuhren wir zu unserem Hotel in Letojanni, dem Hotel Antares.
Das Hotel lag hoch am Hang und war mit einem Schrägaufzug noch mit dem Hotel Olimpus verbunden. Die treffendste Beschreibung wäre "Pauschalbude", es war zwar sauber, aber das Frühstück war nicht wirklich ein Aufschrei.
Nachdem wir am dritten Tag endlich die Bar im weitläufigen Hotel gefunden haben, hatten wir uns Abends Cocktails gegönnt, die waren aber auch jenseits von Gut und Böse.
Dafür war der Hotelstrand schwer in Ordnung, direkt an einer sehr guten Strandbar.

Am ersten vollen Tag in Sizilien unternahmen wir gleich unsere erste Wanderung im Ätna Park, Grotta di Serracozzo und Serra delle Concazze.
Eine gemütliche Wanderung über 6,5 Kilometer, die uns auch gleich zum Valle del Bove, ein riesiges Lavafeld, führte.)
An der imposanten Grotta i Serracozzo wären wir schon gleich vorbeigegangen, zum Glück waren mehrere Leute dort, was uns neugierig machte und so die Grotte entdeckten.
Auf der Rückfahrt zum Hotel legten wir einen Stop in Presa ein, wo wir uns zum Ausklang der Wanderung ein gutes Flascherl Wein genehmigten.

Nach der Wanderung am Vortag stand ein Sightseeing Tag in Taormina auf dem Programm.
Mit dem Bus fuhren wir nach Taormina und spazierten durch die, mit Touristen übeffüllte, Stadt. Es gab eine Unmenge an exklusiven Geschäften und in einem Cafe versuchte sich Sabine an einer traditionellen sizilianischen Süßspeise, Granite mit Brioche, äußerst lecker.
Runter von der Stadt ging es mit einer Seilbahn. In Letojanni wieder angekommen, genossen wir den Nachmittag am hoteleigenen Strand.

Eigentlich hätten wir an diesem Tag die Tour auf den Ätna gehabt, aber witterungsbedingt wurde diese um zwei Tage verschoben.
So starteten wir von Castelmola unsere Tour zum Monte Veneretta, eine kurze Tour mit ein bisschen mehr als 5 Kilometer.
Die Wanderung selbst war eindrucksvoll, mit steten Blick auf den Ätna und vom Gipfel mit einem tollen Blick auf Letojanni und unser Hotel.
Danach spazierten wir noch durch Castelmola mit einem Besuch der Bar Turrisi, eine recht ungewöhnlich eingerichtete und geschmückte Bar :-)
Abschliessend genossen wir noch einmal den Blick vom Castello di Mola ehe wir uns wieder ins Hotel aufmachten.

Nachdem es unser Programm mit der Verschiebung der Ätna Tour etwas durcheinander gebeutelt hat, hat Heidi eine zusätzliche Wanderung in der Alcantara Schucht herausgesucht.
Zuerst spazierten wir durch einen kleinen Park, wo wir einen kleinen Schreckmoment hatten, als Sabine merkte, dass sie ihr Handy verloren hatte. Dies ist beim Posieren zu einem Foto aus der Tasche gerutscht, wurde aber zum Glück gefunden und am Eingang konnte sie es wieder abholen.
Danach sind wir in die Schlucht hinabstiegen. Etwas Abseits vom Trubel blieben wir einige Zeit zum Baden.
Erfrischt gingen wir abschliessend noch ein kurzes Stück in die Schlucht hinein, die mit ihren Lavabasaltwänden absolut sehenswert ist.
Den Tag haben wir in Castiglione di Sicilia ausklingen lassen, einem kleinen Bergdorf in der Nähe der Schlucht. Einmal mehr hatten wir einen ausgezeichneten Weisswein aus der Ätna Region.
Durch die tolle Auswahl dieses Ausflugsziels wurde Heidi fortan Schluchtenheidi genannt :-) Immerhin hat sie schon in Spanien eine ähnlich großartige Schlucht herausgesucht.

Heute war es soweit, die Tour am Ätna. Eigentlich wollten wir an diesem Tag in Catania einen Zwischenstop machen, da wir das Quartier wechseln, so fuhren wir aber mit Sack und Pack zum Ätna.
Um 08:30 Uhr war in der Nähe der Seilbahn der Treffpunkt und gemeinsam mit 4 Amerikanern und 2 Holländern begann die Tour. Eine 5. Amerikanerin hat Flavio, der Tourguide nach kurzer Zeit zurück geschickt, sie hätte den Aufstieg nicht geschafft.
Mit der Seiblahn ging es auf knapp 2500 m, dann wanderten wir orbei am Laghetto Krater bis zum Barbagallo Krater auf knapp 3000 m Höhe. Runter ging es dann an der Cisternazza vorbei bis zum Valle del Bove, das wir ja bereits am ersten Tag von der anderen Seite bewundern durften.
Mit Flavio hatten wir einen großartigen Vulkanologischen Guide, der viel Hintergrundinformationen lieferte und mit Herz und Seele seinen Beruf ausübte. Auch die restliche Gruppe war sehr angenehm.
Die Tour war auf alle Fälle das Highlight unseres Urlaubes.
Nachdem wir wieder beim Auto waren, ging es weiter zu unserem nächsten Quartier in Avola.

Nach der Tour am Ätna und der längeren Fahrt am Vortag beschlossen wir, den ersten Tag in Avola gemählich anzugehen.
Wir spazierten zum Hauptplatz der künstlich angelegten Stadt, die im 17. Jahrhundert komplett von einem Erdbeben zerstört wurde.
Avola ist sehr überschaubar und so haben wir den Nachmittag faulenzend am Strand verbracht.
Unsere Zimmer in den Thalassa Rooms (Bed & Breakfast) waren komplett neu, es gab lediglich 4 davon, die Gastgeberin war auch sehr nett, mittels Google Translator konnten wir uns sogar unterhalten, da sie absolut kein Englisch sprach. Das Frühstück gab es immer im Freien und war kein Vergleich zum ersten Hotel, alleine die Croissants waren perfekt.
Am vorletzten Tag in Avola habe ich es geschafft bereits um 5 Uhr in der Früh munter zu sein und bin nahe gelegenen Rotonda sul Mare um den Sonnenaufgang zu fotografieren und zu geniessen.

Weiter ging es mit einer Wanderung im Naturreservat Cavagrande del Cassibile über 17 Kilometer.
Die Tour startete denkbar schlecht ... gleich zu Beginn ging es sehr steil und uneben bergab und Sabine's Fuß machte sich äußerst schmerzhaft bemerkbar. Zum Glück ging es danach die meiste Zeit eher eben dahin, auch eine halb Schmerztablette half immens.
Bevor wir uns aber der Bademöglichkeit in der Schlucht hingaben, gingen wir zuerst die komplette Runde, um dann am Ende die verdienten Abkühlung zu geniessen.
Wir ergatterten trotz der vielen Besucher einen bequemen Platz am Wasser, das sehr erfrischend war. Nach einer längeren Pause machten wir uns wieder auf den Weg zum Aufstieg, der es wirklich in sich hatte. Binnen einer knappen Stunde machten wir mehr als 500 Höhenmeter, das Bier und die Getränke waren danach mehr als verdient. Auch Sabine's angeschlagener Fuß hat ob der Strapazen einfach aufgegeben und hat seitdem nicht mehr geschmerzt.
Wieder eine großartige Tour in einer beeindruckenden Lanschaft.

Danach fuhren wir noch in ein kleines Fischerdorf, Marzamemi und wollten dort auch baden. Leider fanden wir dort keinen Strand und so fuhren wir wieder nach Avola zurück, wo wir den Nachmittag am Strand ausklingen liessen.

Auch Syrakus war vom großen Erdbeben betroffen und wurde wieder im Barockstil aufgebaut.
Wir begannen unseren Tag im Parco Archeologico della Neapoli, dem archäologischen Park.
Das Teatro Greco, das in der antike 15.000 Menschen fasste, wurde leider für eine Veranstaltung aufgebaut, so haben wir vom ursprünglichen Theater nur wenig gesehen.
Mit dem Orecchio di Dionisio (Ohr des Dionysios), der Grotta del Salnitro und dem Anfiteatro Romano gab es aber genügend antike Sehenswürdigkeiten.
Vom archäologischen Park sind wir dann zu Fuß zur Isola di Ortigia, die das historische Zentrum von Syrakus ist. An der äußersten Spitze wäre noch das Castello Maniace gewesen, das leider geschlossen war.
Ein entspannter Tag in antiker Umgebung.

Die Zufahrt war etwas abenteuerlich, die von Google Maps angezeigte Route war nicht möglich, weil eine Privatstrasse nicht passierbar war, die eigentlich Zufahrt zum Parkplatz war wegen Bauarbeiten gesperrt und so sind wir über einen schmalen Schotterweg zum Parkplatz im wahrsten Sinne des Wortes gerumpelt.
Ursprünglich hätte die Runde knapp 20 Kilometer betragen, da es aber absolut keinen Schatten gab war die Stimmung etwas "aufgeheizt", vor allem, als wir nach kurzer Zeit am ersten Strand vorbeigingen.
So beschlossen wir, am nächsten Strand Halt zu machen und das tolle Meer zu geniessen.
Am Spiaggia naturista di Marianelli war es soweit. Was wir nicht gleich bemerkten war, dass wir uns an einem FKK Strand befanden. Nachdem das Publikum aber auch teilweise mit Badekleidung unterwegs war, sind auch wir geblieben.
Gegen die sengende Sonne haben Martin und ich je einen kleinen, schattigen Verschlag auf unseren Decken gebastelt, um es halbwegs erträglich zu gestalten. Der teilweise starke Wind zerrte aber ordentlich an unseren Bauten.
Als wir wieder weitergingen, haben wir die ursprünglich geplante Runde wesentlich abzukürzen. So waren wir dann effektiv nur 12 Kilometer unterwegs, was aber angesichts der Hitze mehr als ausreichend war.
Die kühlen Getränke im Agriturismo Il Baglietto, bevor wir wieder zum Auto gekommen sind, haben an diesem Tag so richtig gezischt.

Heidi konferierte mit ihrer KI und die schlug uns als Ziel den Leuchtturm von Augusta vor. War wirklich sehr nett, Problem war, dass wir in 10 Minuten auch schon wieder fertig waren.
So fuhren wir noch nach Brucoli, wo es das Castello di Brucoli gibt. ir spazierten durch das nette, kleine Dorf bis zum Castello, das auch leider geschlossen war.
So haben wir noch in einem Lokal am Meer gemütlich einen Kaffee geschlürft ehe wir endgültig zum Flughafen fuhren.
Die Rückgabe vom Mietauto verlief auch äußerst schnell und unkompliziert und so hatten wir mehr als genug Zeit bis zu unserem Flug.